3.5 Zeittafel und Literatur von F.M. Alexander



Zeittafel über das Leben von Frederick Matthias Alexander
 
 
 
1869
AUSTRALIEN
Geburt von F.M.Alexander in Wynyard an der Nordwestküste von Tasmanien (Australien) als ältestes von acht Kindern der Eltern John und Betsy Alexander. Sein Grossvater Matthias Alexander besitzt ein grosses Anwesen, auf welchem F.M.Alexander seine Kindheit vor allem mit dem Zureiten und mit der Dressur von Pferden verbringt.
1886
 
Mit 17 Jahren zieht Alexander in die Bergwerkstatt Mount Bischoff und verdient sich tagsüber sein Geld bei der Tin Mining Company. Abends nimmt er Musik- und Schauspielunterricht, lernt Geige spielen und spielt an Aufführungen für Laienbühnen mit.
 
 
 
1889
 
Im Alter von 20 Jahren zieht Alexander nach Melbourne und lebt dort bei seinem Onkel, James Pearce. Zu diesem Zeitpunkt entschliesst sich Alexander definitiv, Schauspieler und Rezitator zu werden. Er nimmt weiterhin Musik- und Schauspielunterricht, besucht intensiv Theater, Konzerte und Kunstausstellungen und organisiert sich eine eigene Amateurtheatertruppe.
Bald hat er sich als Rezitator bei Auftritten in verschiedenen Städten von Tasmanien und Australien einen Namen gemacht, wobei sein Repertoire hauptsächlich aus Shakespeare-Texten besteht.
Immer wiederkehrende Heiserkeit und Atemnot zwingen Alexander zur Schonung seiner Stimme. Mit jeder Wiederaufnahme des Rezitierens stellen sich dieselben Beschwerden wieder ein, weshalb sich Alexander entschliesst, in eigener Beobachtung herauszufinden, inwieweit sein Gebrauch diese Schwierigkeiten hervorrufen bzw. mit welchen Mitteln diesen vorgebeugt werden kann. Mit seiner daraus entwickelten Technik gelingt es ihm, seine Stimmbeschwerden zu besiegen.
Alexander lässt sich in Auckland nieder, wo er einerseits als Rezitator tätig ist und andererseits andere Schauspieler in seiner von ihm entwickelten Technik unterrichtet.
1899
 
In Sydney etabliert sich Alexander fest als Lehrer seiner Technik. Von 1900 bis 1904 ist er Direktor des Opern- und Schauspielkonservatoriums in Sydney.
J.W.Steward McKay, ein berühmter Chirurge, ermutigt Alexander dazu, nach England zu gehen und dort seine Methode bekannt zu machen.
1904
ENGLAND
Alexander übersiedelt nach England, wo er in London, Ashley Place 16, eine Praxis eröffnet, welcher schon nach kurzer Zeit grosser Erfolg beschienen ist. Viele berühmte Schauspieler nehmen bei ihm Stunden.
1910
 
Alexander veröffentlicht sein erstes Buch "Man's Supreme Inheritance". Er verzeichnet damit grosse Beachtung - es erscheinen in der Folge zahlreiche Neuauflagen noch zu Alexanders Lebzeiten. Zur zweiten Auflage (1918) schreibt der bekannte amerikanische Kulturphilosoph und Pädagoge John Dewey das Vorwort.

1914-
1924
ENGLAND
UND
AMERIKA
Mit Kriegsausbruch geht Alexander nach New York, um dort mit seiner Tätigkeit fortfahren zu können. Die folgenden zehn Jahre verbringt Alexander je zur Hälfte in Amerika und England.
1920 heiratet Alexander die australische Schauspielerin Edith Page. Einige Jahre später adoptieren die beiden ein Mädchen (Peggy Alexander). Die Eheleute leben meist getrennt.
1923
 
Alexander veröffentlicht sein zweites Buch "Constructive Conscious Control of the Individual". Verfasser des Vorwortes ist abermals John Dewey.
1924
ENGLAND
Während seiner weiteren Zeit in London gedeiht das Werk von Alexander immer weiter.
 
 
Er gewinnt zahlreiche und einflussreiche Gönner und Fürsprecher. Bekannte Persönlichkeiten, insb. Schauspieler, Ärzte und Wissenschaftler, nehmen bei Alexander Stunden (so z.B. Bernard Shaw, Aldous Huxley, Professor John Dewey, Professor G.E.Coghill, Peter Macdonald)
 
 
 
1924
 
Alexander gründet in London eine Schule für Kinder im Alter von drei bis acht Jahren. Es wird nach dem normalen Lehrplan, jedoch in Anwendung der Alexander-Technik, unterrichtet. Die Schulleitung hat Irene Tasker (1940 muss die Schule nach Amerika evakuiert werden - nach dem Krieg wird erfolglos eine Wiedereröffnung in England versucht).
 
 
 
1930
 
Alexander eröffnet - nachdem er hierzu während Jahren gedrängt worden ist - eine erste dreijährige Ausbildung für künftige F.M.Alexander-Technik-LehrerInnen.
 
 
 
1932
 
Es erscheint Alexanders drittes Buch "The Use of the Self" - wiederum mit einem Vorwort von John Dewey.
 
 
 
1940
AMERIKA
Die Kriegsjahre von 1940 bis 1943 verbringt Alexander erneut in Amerika, wohin er auch seine Ausbildungsschule übersiedelt.
 
 
 
1941
 
Alexander veröffentlicht in Amerika sein letztes Buch "The Universal Constant in Living". Das Vorwort verfasst der Amerikaner George Ellett Coghill, welcher Professor für Biologie und vergleichende Anatomie ist.
 
 
 
1945
ENGLAND
Nach der Rückkehr nach England (1943) richtet Alexander wieder einen neuen Ausbildungskurs ein.
 
 
 
1948
 
Alexander führt mit Erfolg eine Verleumdungsklage in Südafrika, welche sein Werk betrifft. Zwei äusserst einflussreiche Mediziner bezeugen den wissenschaftlichen Wert seiner Technik. Es sind dies Sir Charles Sherrington, Neurophysiologe und Nobelpreisträger sowie Professor Raymond Dart, ein berühmter Anthropologe.
Nach einem schweren Schlaganfall mit halbseitiger Körperlähmung, gelangt Alexander - in Anwendung seiner Prinzipien - wieder zur Genesung und beginnt erneut zu unterrichten.
 
 
 
1948
 
Unmittelbar vor dem 80.Geburtstag von Alexander wird die "Society of Teachers" (Verband der Alexander-Lehrer) in London gegründet.
In den nächsten Jahren arbeitet Alexander weiter an der Verfeinerung seiner Technik - ebenso gibt er in seiner Praxis Privatstunden und überwacht die Tätigkeit seiner Assistentinnen und Assistenten.
 
 
 
1955
 
Alexander unterrichtet weiter bis zu seinemTode, im Alter von 86 Jahren.


Literatur von F.M. Alexander
Alexander hat seine vier Bücher zwischen 1910 und 1941 geschrieben, im Alter zwischen 40 und 72 Jahren.
Das erste Buch von Alexander "Man's Supreme Inheritance" (1910) wurde viel gelesen und gelobt. Er schreibt darin über die Evolution der Menschheit, welche in ihrer wichtigsten Phase den Schritt von der unbewussten zur bewussten Kontrolle von Geist und Körper vollzogen hat. Somit gilt es, dieses Bewusstsein als menschenspezifisches Potential zum Nutzen des einzelnen und der Menschheit einzusetzen.
In seinem zweiten Buch "Constructive Conscious Control of the Individual" (1923) entwickelt Alexander eine evolutionsgeschichtliche Abhandlung über die Einschätzung der Sinneseindrücke durch den Menschen. Er zeigt darin auf, dass wir als heutige Zivilisationsmenschen verlernt haben, unsere Sinneseindrücke richtig zu interpretieren. Es ist jedoch entscheidend, wieder zu einer verlässlichen Sinneswahrnehmung zu gelangen, denn diese bildet den wesentlichen Faktor bei der Steuerung unseres Selbst, unseres Gebrauchs. Im zweiten Teil des Buches nimmt er Bezug auf das konkrete Unterrichten seiner Technik, damit die Lernenden ein zuverlässigeres Wahrnehmungsvermögen entwickeln und einen besseren allgemeinen Gesundheitszustand wiedergewinnen können.
Im dritten Buch "The Use of the Self" (1932) beschreibt Alexander die Entwicklung seiner Technik. Er vollzieht dies in der Rückschau, ist er doch zu diesem Zeitpunkt bereits 63 Jahre alt und schon während vieler Jahre als Lehrer seiner Technik tätig. Alexander stellt darin seine praktischen Entwicklungsschritte dar, stets verbunden mit den dazugehörigen theoretischen Reflexionen. Darin eingeschlossen sind zwei Fallgeschichten aus seinem Unterricht ("The golfer who cannot keep his eyes on the ball" und "The stutterer"), in welchen er wiederum Praxis und Theorie seiner Technik vermittelt. Die Herausgabe dieses Buches, welches eine methodische Linie verfolgt und sich damit klar von den ersten beiden unterscheidet, steht im Zusammenhang mit der Eröffnung seiner ersten Ausbildungsklasse im Jahre 1930.
Sein letztes Buch "The Universal Constant in Living" (1941) schrieb Alexander im Alter von 72 Jahren. Er befasst sich darin fast ausschliesslich mit seiner Entdeckung, der Primären Steuerung: Von Natur aus ist der menschliche Organismus fähig, sich fortlaufend zu koordinieren und mit geringstmöglichem Energieaufwand zu funktionieren. Die Qualität dieses ausbalancierenden Mechanismus ist unmittelbar von der Verbindung zwischen Kopf und Wirbelsäule abhängig. Wenn der Kopf sich ungestört bewegen und dabei die Wirbelsäule ebenso unbehindert in ihrer Länge folgen kann, stellt sich das angemessene Mass an Muskelspannung für jede Aktivität automatisch im ganzen Körper ein.

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